Das Ereignis, von dem ich berichten werde, gehört in das Jahr 2001, doch die Wirkungen waren lange zu spüren. Im August 2001 erschien im Heft 628 der Zeitschrift MERKUR ein Beitrag von mir, der sich den neuesten Trends in den humanwissenschaftlichen Disziplinen widmete: Kittlers Leere. Kulturwissenschaft als Entertainment – den Titel hatte der Herausgeber Karl Heinz Bohrer vorgeschlagen. Erst nach dem Sommerurlaub öffnete ich mein eMail-Konto und glaubte im ersten Moment an einen technischen Defekt, da eine Flut von Nachrichten eingegangen war. Es waren meist kurze Schreiben von Unbekannten, die ihre Zustimmung, Gegenrede oder einen Dank für den Artikel mitteilen wollten, auch Schmähungen fehlten nicht. Klaus Weimar führte in der Betreffzeile seines Schreibens nur ein Zitat aus dem Text an: „Heilige Philologie!“ Die Diskussion über eine kultur-wissenschaftliche Neuorientierung der philologischen Fächer befand sich auf dem Höhepunkt…
Download PDF
Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2411041125012.212960195748
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23343