Raumkonzeptionen im Film No Country for Old Men (Joel & Ethan Coen, 2007)

In dem vorliegenden Aufsatz soll der Frage nachgegangen werden, wie die Coen-Brothers den Film-Raum für den Spielfilm No Country for Old Men (2007) ästhetisch konzipieren. Darüber hinaus liegt ein weiterer Fokus auf der Frage, welche Semantisierungen durch bestimmte Ausgestaltungen der Film-Räume entstehen. Die Wechselbeziehungen zwischen der Filmerzählung und den Räumen, in denen diese entfaltet wird, sollen einer kritischen Analyse unterzogen werden. Insbesondere bei den Coens, wo das Verhältnis zwischen Raum und Erzählung eine tragende Rolle spielt, ist eine tiefergehende Analyse relevant. Der Status Quo der in sich brüchigen Gesellschaft der USA, die von gravierenden Widersprüchen gekennzeichnet ist, wird immer wieder formuliert und definiert. Angesichts der geografischen Größe der USA und ihren typischen weit- wie großräumigen Landschaften spielt die ästhetische Konzeption von Räumen in den Filmen der Coen Brothers eine essenzielle Rolle.

Dieser Artikel erschien am 05.11.2025 in der Zeitschrift Medienobservationen.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2510221524159.500808213693

DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/[D]

20251105Weidner

Madonna meets Metropolis. Zur Interpikturalität von Musikvideos

Nichts illustriert die mediale Bilderflut, wie sie im Rahmen des Iconic Turn der 2000er-Jahre konstatiert wurde, so eindrücklich wie die Vielzahl an Uploads, die mittlerweile im Sekundentakt in die sozialen Netzwerke eingespeist werden. Es scheint, als läge vor allem das bewegte Bild mit Ton im Trend – der in Social-Media-Apps wie Instagram und TikTok generierte Content besteht zum Großteil aus Kurzvideos, das stumme Standbild mit Caption wirkt demgegenüber schon bei-nahe wie ein technisches Rudiment, Relikt aus einem Zeitalter, in dem nicht jeder Mensch sich mit der Kamerafunktion seines Smartphones im Handumdrehen (frei nach Beuys) zum Videokünstler aufschwingen konnte. Ganz oben auf dieser Welle schwimmt die Popindustrie: Die Clipkultur hat sich über das Internet (insbesondere Youtube) neue und vielfältigere Verbreitungswege erschlossen, die das klassische Musikfernsehen verdrängt haben…

Dieser Artikel erschien am 29.09.2025 in der Zeitschrift Medienobservationen.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2509121022376.508587949714

DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/24167

20250929Dresler

Ein Quantensprung für die Erzähltheorie – wenn die Erzähltheorie denn nur wollte: Dietmar Daths Vorstoß in Sachen Science Fiction als Überwindung der „Höhenangst vor der Tiefe des Wirklichen“

Dieser Artikel ist eine Besprechung von Dietmar Daths Niegeschichte: Science Fiction als Kunst- und Denkmaschine, erschienen bei Matthes und Seitz 2019.

Dieser Artikel erschien am 18.06.2025 in der Zeitschrift Medienobservationen.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2506041348564.549501812723

DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/[D]

20250618Fricke

2024. Kehlmann-Schalko liest Stach liest Kafka

Hundert Jahre, nachdem Franz Kafka am 3. Juni 1924 starb, lässt sich folgende Gegenwartsdiagnose stellen: Kafka ist (noch immer) en vogue. Doch wer oder was steckt inzwischen alles hinter dem Schlagwort ‚Kafka‘? Die Flut an Neuveröffentlichungen, Veranstaltungen und medialen Adaptionen sowie der geradezu inflationäre Gebrauch des Wortes ‚kafkaesk‘ (bis hin zur Verwendung bei Diskussionen in Politik-Talkshows) vor dem Hintergrund des Jubiläumsjahres verweisen vor allem auf zwei Dinge: erstens die vielfältigen Optionen, die Person Franz Kafkas als Kunstfigur zu vermarkten, und zweitens die unterschiedlichen Möglichkeiten, das Werk Kafkas zu lesen…

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen>.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2411070117153.104106453658
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23348

2023. Von Hunden und Menschen – Luc Bessons DogMan

Luc Bessons Film DogMan von 2023 erzählt eine Familiengeschichte der besonderen Art: Es sind Hunde, die Douglas „Doug“ Munrow zu einem zweiten Leben verhelfen, nachdem sein erstes durch die Brutalität des Vaters beinahe ausgelöscht wurde. Als Kind misshandelt, in den Zwinger geworfen, fast verhungert und halb gelähmt, findet Doug unter Hunden eine andere, bessere Gemeinschaft…

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2409291134037.532509457444
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23382

2022. ChatGPT als Medienereignis

Der Beitrag beschreibt ChatGPT erstens als Ereignis in den Medien und zweitens als Medienereignis in dem Sinne, dass mit dem Chatbot (und vergleichbaren KI-Tools) ein fundamentaler Wandel in der Medienlandschaft zu beobachten ist, insbesondere was die Produktion von Inhalten betrifft. Vor diesem Hintergrund wird drittens ein Blick auf Autorschaft in Zeiten von ChatGPT geworfen.

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2409251438121.172157677385
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23383

2021. Der weite Weg zum Spendendinner mit Peter Thiel: Bemerkungen zu populärmedialen Besteckszenen

Die Figur des Sozialaufsteigers, die in der Gegenwartskultur seit einigen Jahren vermehrt Aufmerksamkeit auf sich zieht, ist eng mit Besteckszenen verknüpft. Die Sozialaufsteigenden, die etwa die Literatur und den Film der Gegenwart bevölkern, haben meist einen von Erfolgen im Bildungssystem und Berufsleben ermöglichten rasanten gesellschaftlichen Aufstieg vollzogen, haben durch ihre akademische Ausbildung aber auch die publizistischen Möglichkeiten und intellektuellen Instrumente zur Hand bekommen, um von diesem Aufstieg rückblickend Auskunft zu geben: Sie berichten mal mit stolzgeschwellter Brust, mal mit dem leichten Unwohlsein des sozialen Höhenschwindels, mal mit schamhafter Abwendung von den Eltern, mal mit melancholischer Nostalgie für die verlorene Heimat – und meist vom schwierigen Umgang mit Besteck. Solche autosoziobiografischen Erzählmuster sind mittlerweile auch in soziologische Studien und politische Diskurse eingegangen…

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2410011409533.183577742809
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23335

2020. Fighting the Invisible Enemy

In der Neuverfilmung The Invisible Man aus dem Jahr 2020 orientiert sich Leigh Whannell zwar an der literarischen Vorlage von H. G. Wells, nimmt aber eine sehr zeitgemäße Perspektive ein: Die Fokussierung auf die weibliche Hauptfigur und die Aktualisierung der Figur des Wissenschaftlers zeigen dabei nicht nur inhaltlich neue Dimensionen auf – Whannell findet für diese Themen auch genuin filmische Formen des Erzählens und lässt das Medium über sich selbst reflektieren.

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen.
Er ist durch die DNB archiviert.
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23340

2019. Kino als Spiegel der Realität: Transformation und Anpassung im Film Parasite

Es gibt Filme, die die Filmgeschichte nachhaltig beeinflussen und einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Im Jahr 2019 erblickt der südkoreanische Film Parasite (Originaltitel: 기생충, Gisaengchung) von Bong Joon-ho das Licht der Leinwand. Der Film gewinnt nicht nur die Goldene Palme bei den Filmfestspielen von Cannes, sondern auch den Oscar für den besten Film. Dank seiner innovativen Erzählweise und seiner beeindruckenden visuellen Gestaltung avanciert Parasite zu einem kulturellen Phänomen, das 2019 zu einem unvergesslichen Jahr der Filmgeschichte macht.

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen>.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2411070113236.772883068062
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23387

2018. Oliver Jahraus mitten im Zentrum: Gründung des Zentrum für Buchwissenschaft: Buchforschung – Verlagswirtschaft – Digitale Medien

Ein Forschungsjahr 2015/2016 am Center for Advanced Studies (CAS) München bot neben einer unvergleichlich privilegierten Forschungs- und Arbeitssituation die Möglichkeit einer fruchtbaren Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen im In- und Ausland, diese Kooperationen fortan zu vertiefen und zu verstetigen. Der einjährige Forschungsaufenthalt bot den Freiraum, das zu tun, was wir uns vor dem Hintergrund eines immer komplexeren, neben Forschung und Lehre längst auch mit einem stattlichen Anteil an administrativen Tätigkeit ausgefüllten Arbeitstag viel öfter gönnen sollten, nämlich mit Abstand, mit selbstkritischen Blick, auf das bisherige eigene Wirken zu schauen, sich für erforderliche Veränderungen, für das Entwicklungspotenzial und die Zukunftsfähigkeit der eigenen Fachdisziplin zu sensibilisieren….

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen>.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2411070109246.665182536723
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23360