„But I Might Die Tonight“ von Cat Stevens setzt ein und ein Blutstropfen verwandelt sich in die rote Farbe eines Rennrads. Das Rad gehört Mike, der auf dem Weg zur Arbeit ist – oder vielleicht doch auf dem Weg nach Hause? Am Ende ist es gleich, weil er es nicht schaffen wird, seine traditionellen Werte zu überwinden und die Frau zu gewinnen, in die er sich verliebt hat. Deep End aus dem Jahr 1970, gedreht u.a. im Müllerschen Volksbad und im Englischen Garten – also auch ein München-Film –, erzählt die Adoleszenzgeschichte eines Jungen, der sich in seine zehn Jahre ältere Kollegin Jane verliebt oder besser, in das Bild, das er sich von ihr gemacht hat. Denn in jenem Moment, als Jane versucht zu erklären, wer oder wie sie wirklich ist, weiß Mike es besser. Zehn Jahre jünger, aber er weiß, wer die erwachsene Jane ist und wie sie zu sein hat, um eine ehrbare Frau zu sein. Und so viel sei verraten: Eine ehrbare Frau im Sinne Mikes ist sie nach eigenen Angaben gerade nicht. Dafür muss sie ästhetisch beeindruckend im Pool des Badehauses zum bereits erwähnten Cat Stevens-Song verbluten. Aber 1970 hat es noch mehr unehrbare Frauen im Film gegeben…
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Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2411070027060.829823099348
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23363