Sämtliche Beiträge | 1997-2024


Das Leben, ein Spiel. Deutschland hat einen neuen Box Slam Meister

Am Samstag, den 28.1.2012, fand in der Münchener Muffathalle in halbweltlicher Atmosphäre die Deutsche Meisterschaft im Box Poetry Slam statt. Zwar schied der dort vertretene Münchener Lokalprominente Bumillo dieses Mal bereits im Halbfinale aus. Aber auch so hat der Slam eine kleine Nachlese verdient. Ich beginne in der U-Bahn, nach einer Slam-Veranstaltung, die etwa zwei Wochen vor dem Box Slam stattgefunden hat. Im Anschluss gebe ich in dekonstruktiver Terminologie einige literaturwissenschaftliche Bestimmungsversuche des Genres Poetry Slam, um diese schließlich anhand einiger medial gestützter Erinnerungen an den Box Slam 2012 zu plausibilisieren. Im Ansatz dekonstruktiv, ist dieser Beitrag in der Durchführung eine Verneigung vor dem besprochenen Genre sowie seinen Autoren und Performern.

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Vom Versagen der Gadgets und dem Gelingen der Punchlines: Brad Birds Agententhriller Mission Impossible – Phantom Protokoll (2011)

Agentenfilme haben ein starres Schema und eignen sich daher gut für Parodien. „Mission Impossible – Ghost protocoll“ (so der amerikanische Orginaltitel, 2011), der vierte Teil der Reihe, schlägt ein neues Kapitel des Genres auf. Teamgeist statt Einzelkämpfertum, Tücke des Objekts statt Krieg der Gadgets, retadierender Situationswitz statt beschleunigte Action: So lautet das Rezept für Brad Birds Film. Der Beitrag untersucht mit Blick auf den Plot und die Motivik, wie diese Mission einer Erneuerung des Spionagefilmgenres gelingt.

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Was man Umberto Eco in einem bayerischen Taxi unbedingt einmal fragen sollte. Dem großen italienischen Ironiker zum 80.

Mit meinem Beitrag möchte ich eine These Umberto Ecos ganz entschieden zurückweisen, die er in einer diesbezüglich einschlägigen kulturtheoretischen Glosse über Taxifahrer geäußert hat. Man erkennt letztere eben nicht allerorten daran, dass sie ‚immer diejenigen sind, die nie herausgeben können‘. Das Gegenteil ist der Fall! Ecos Fehleinschätzung dürfte, und auch das möchte ich mit dem vorliegenden Text zeigen, auf eine allzu restriktive Verwendung des Herausgabe-Begriffs zurückzuführen sein. – Ich beabsichtige mit meinen Ausführungen keineswegs, irgendwelche realen Personen zu verspotten oder ihnen sonst irgendwie zu nahe zu treten, weder bayerischen Staatsbürgern, bayerischen Taxifahrern noch Umberto Eco! Gratulieren möchte ich letzterem allerdings schon, gerade zu seinem 80. Nicht jeder seiner Geburtstage ist schließlich so unendlich rund wie dieser.

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,Komm großer schwarzer Vogel‘ – Zum Tode Ludwig Hirschs

Der am 28. Februar 1946 geborene österreichische Liedermacher Ludwig Hirsch hat sich am 24. November 2011 das Leben genommen. Seine Texte standen immer in einem durchaus positiven Verhältnis zur eigenen Sterblichkeit und sein ganzes Werk hinterlässt die penible und dissektierte Beobachtung sowohl gesellschaftlicher Verhältnisse als auch psychischer. Nicht nur Österreich, sondern die gesamte deutschsprachige Kulturlandschaft hat einen ihrer großen Liedermacher verloren, dessen Werk es nun wiederzuentdecken gilt.

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Voice over. Eine filmnarratologische Bestandsaufnahme

Der Beitrag beschäftigt sich mit dem Phänomen des voice over im Hinblick auf seine Stellung im Narrationsprozess im Film. Anhand einer kritischen Lektüre des neuesten filmnarratologischen Systematisierungsversuches von Markus Kuhn wird gezeigt, dass sich der Ort der voice-over-Stimme im Film weder auf seine narrative Funktion reduzieren noch im Rahmen der binären Oppositionen erzählen/zeigen, sprachlich/visuell und intradiegetisch/extradiegetisch zureichend bestimmen lässt. Die Kategorie der (narrativen) Instanz wird, so der Befund, in der Filmnarratologie nicht zureichend bestimmt.

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Steve Jobs ist tot – Ein Plädoyer für den Apfel

Steve Jobs ist im Alter von nur 56 Jahren an den Folgen seines Bauchspeicheldrüsenkrebs gestorben. Seinen Innovationen haben wir zu verdanken, dass wir uns unserer Liebe zu den nicht-menschlichen Dingen nicht mehr länger schämen müssen, sondern die nicht-menschlichen Dinge als einen grundlegenden Bestandteil unserer sozialen Beziehungen und damit unserer individuellen wie gesellschaftlichen Geschichtsschreibung ansehen können.

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Nostalgie und Reflexion in Woody Allens Midnight in Paris

Midnight in Paris ist zunächst vom schmerzvollen Wunsch des Hollywood-Autors Gil nach immer größerer Annäherung an die 1920erJahre, die er hemmungslos zum Höhepunkt freien Kunstschaffens stilisiert, gekennzeichnet. Es soll anhand der Gedächtnis-Theorie von Paul Ricœur gezeigt werden, was für ein Verhältnis von Vergangenheit und Gegenwart die Grundlage für die Nostalgie Gils darstellt. Weiterhin werden die reflexive Wendung des Films und die dadurch ausgelöste Destruktion des nostalgischen Prinzips beschrieben.

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