Musik


Das Offene bei Stephane Mallarmé. Wie steht es um den Dialog zwischen Musik und Literatur?

Der französische Dichter Stephane Mallarmé vollzieht in seinem Oeuvre eine überaus spannende Entwicklung: Sie reicht von einer Literatur, die zunächst offen ist gegenüber den mannigfaltigen Abschattungen des Bedeutungsgehalts bis hin zur Konzeptualisierung eines offenen Buches, das selbst seine äußere Gestalt erst durch den Gestaltungswillen des Lesers erhält. Die Offenheit seiner Kunst bleibt über weite Strecken beeinflusst von seinem produktiven Verhältnis zur Musik. So formuliert er in einigen seiner Äußerungen die Gewissheit, wonach eine freie, referenzlose Sprache nur durch die Musikalisierung ihrer Strukturen erreichbar sei. Was hat es aber mit dem äußersten Refugium der Freiheit, der Formoffenheit im Livre auf sich, woraus schöpft es seine Kraft und welche Idee steht dahinter?

Eine Nußecke ist eine Nußecke. Guildo Horn und die Dekonstruktion des Kultes

(Aktualisierte Fassung) Der Schlagersänger Guildo Horn hat sich selbst als mediales Kunstprodukt entworfen und dabei einen immensen Kult um seine eigene Person erzeugt. Als er Ende Februar 1998 mit dem Lied “Guildo hat Euch lieb” bei der deutschen Vorentscheidung für den Grand Prix d’Eurovision de la Chanson antrat, sorgte seine enthusiastische Anhängerschaft für seinen Sieg. Anfang Mai 1998 beim Grand Prix selbst reichte es immerhin für den siebten Platz. Der durch mediale Strategien erzeugte Kult um Guildo Horn besitzt gegenüber herkömmlichen Kulten eine neue Qualität, es handelt sich um einen dekonstruierten Kult.