Sämtliche Beiträge | 1997-2024


Körperlichkeit und musikalisches Modell – der Körper im Innermusikalischen

In die kulturwissenschaftlichen Diskurse zu Körperlichkeit, Embodiment und Performativität der letzten 10 bis 15 Jahre sind Fragestellungen zur Körperlichkeit von Musik bereits vereinzelt integriert worden, insbesondere im Zusammenhang der Untersuchung von szenischer Darstellung wie Pantomime, Tanz und Performance Art. Jedoch ist die Frage nach einer innermusikalischen Wirksamkeit von Körperlichkeit, d.h. die Frage, ob und inwieweit der Körper innerhalb eines oft als transitorisch und durchaus immateriell verstandenen Mediums wie der Musik überhaupt Präsenz entfalten und behaupten kann, bis in die Gegenwart nur äußerst selten Gegenstand diesbezüglicher Analysen. Wie kann dieser Körper aufgefunden werden?

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Interdisziplinäre Konzepte zu Adoleszenz und Kreativität am Beispiel von Helene Hegemann und Lena Meyer-Landrut

Helene Hegemann und Lena Meyer-Landrut verdeutlichen als zeitgenössische Medienphänomene das Spannungsverhältnis einer verlängerten Adoleszenz in der Kultur, das mit einer verschwundenen Initiation durch Rituale zusammenhängt. Ich möchte im Folgenden die These aufstellen, dass die beiden Künstlerinnen in der Linie einer positiv verstandenen Adoleszenz verstanden werden können, die kontroverse körperliche Dispositionen über die Konzepte einer Kreativität als Selbstinitiation verdeutlichen.

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Aravind Adigas ‚The White Tiger‘ (2008). Zwischen Repräsentanz und Kontroverse

Aravind Adiga hat mit seinem Debütroman The White Tiger (2008) den Man Booker Prize for Fiction gewonnen, aber auch für einige Kontroversen unter seinen Kritikern gesorgt. Die kontroversen Themen in der Rezeption des Romans – die Wahrheit des Textes und die Legitimation des Autors – gewinnen mit der Verleihung des Bookers an Signifikanz. Der Booker löst eine zweite Welle an Rezensionen aus, beeinflusst das (Sich-)Positionieren der Kritiker, beleuchtet die Marktstrukturen und ermöglicht so eine Meta-Diskussion über literarische Kommunikation.

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Jim Morrison ist tot! Zum 40. Todestag von Jim Morrison am 3. Juli 2011

Ausgehend von einer kurzen Schilderung seiner Todesumstände geht der Text auf jene Deutungsmuster ein, die den Blick auf Jim Morrison heute noch ebenso bestimmen wie verstellen. Stattdessen will der Text zeigen, dass wir wenig verstehen, wenn wir Jim Morrison nur als rebellischen Rockmusiker oder seinen Tod als konsequentes Ende eines intensiven Lebens verstehen. Wir könnten viel mehr verstehen und selbst seine Drogenkarriere anders einschätzen, wenn wir ihn so verstehen, wie er sich selbst verstanden wissen wollte: als Autor und Poet. Dafür plädiert dieser Text im Sinne einer Erinnerungsarbeit.

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Sein und Zeit: Duncan Jones’ Gedankenspielfilm Source Code

Duncan Jones’ Source Code (2011) ist ein weiteres Beispiel des „Gedankenspielfilms“ (Elsaesser) und des „Bewusstseinsfilms“ (Jahraus). Aus dem Motiv der Zeitreise macht der Regisseur einen ebenso spannenden wie nachdenkenswerten Film über Identität, Kommunikation und Bewusstsein. Der Beitrag untersucht die filmsprachlichen Mittel und die Plot-Strukturen, mit denen die eigentümliche Zeitregie des Films inszeniert wird.

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,Was bedeutet diese Musik?‘ – La bella Anna in Donizettis Liebeselixier

Nach ihren Auftritten als Violetta (La Traviata) und Gilda (Rigoletto) sowie auf einem Gala-Konzert bei den Opernfestspielen des Jahres 2003, brillierte Anna Netrebko als Adina in L’elisir d’amore (1832) in der vergangenen Woche (15. Mai 2011) ein weiteres Mal an der Bayerischen Staatsoper München. Der folgende Beitrag zeigt auf, dass es nicht so sehr der Liebestrank auf Motivebene ist, der die Neuinszenierung der Donizetti-Oper zu einem wundersamen Spektakel macht, sondern die Ernsthaftigkeit der Botschaft, die – allem postmodernen Werterelativismus zum Trotz – die Opernbühne zu einem Ort der Poesie, der Hoffnung und des Glaubens werden lässt.

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Die Jessica Lynch Story

Die Geschichte einer (Kriegs-)Heldin, die keine sein wollte, steht exemplarisch für das Phänomen, wie nicht-verifizierbare Nachrichten in den Medien eine unkontrollierbare Eigendynamik entwickeln können. Der Beitrag beleuchtet diese Problematik und skizziert, welche Rolle die Glaubwürdigkeit der veröffentlichenden Medien sowie die der Protagonisten dabei spielen.

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Inszenierte Schweigeminute. Über einen ‚Katastrophenclip‘ im ZDF und die Funktion der Musik

Das ZDF sendet im heute-journal vom 12.3.2011 einen Zusammenschnitt von Bildern einer Erdbeben-Tsunami-AtomKatastrophe in Japan und hinterlegt diesen mit Musik von Massive Attack. Von der Empörung darüber und von einigen Annahmen über die Zeichenhaftigkeit von Musik ausgehend werden zwei Thesen zur Frage der Motivation des Senders aufgestellt.

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Am Ende. Alejandro Gonzáles Iñárritus Biutiful

Nach den drei Erfolgsproduktionen Amores perros (2000), 21 Gramm (2003) und Babel (2006) zeichnet in gewohnt affektiver Manier auch Iñárritus – sowohl für den Golden Globe als auch den Oscar als Bester Fremdsprachiger Film nominiertes – Spielfilmdebüt Biutiful (2010) mit Bildern erbarmungslos visueller Expressivität die physisch und emotional erschöpfende Reise seines Titelhelden Uxbal (Javier Bardem) ans ,Ende der Nacht‘. Der vorliegende Beitrag zeigt auf, dass im Angesicht des nahenden Endes, aller thanatophoben Anspielungen des Films zum Trotz, nicht Weltschmerz und Existenzekel siegen, sondern die zärtliche Schönheit des Lebens in all seinem Schmerz.

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