Sämtliche Beiträge | 1997-2024


The last Queen of Pop – Madonnas denkwürdiges Konzert in München am 18.8.2009

Anlässlich des Münchner Konzerts von Madonna bei ihrer sticky-and-sweet-Tour am 18.8.2009 in München werden einige Beobachtungen zur Entwicklung des Künstler- und Performance-Konzepts angestellt. Madonna – so wird argumentiert – verkörpert dabei in perfekter Inszenierung ein nicht mehr zeitgemäßes Konzept von Diva und einer Pop-Königin in Zeiten seiner Säkularisierung und Republikanisierung.

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Der Dritte Weltkrieg als Reifeprüfung. Struktur und Funktion von Weltkriegsszenarien in aktuellen Superheldencomics

Diese Untersuchung zeigt anhand der beiden gleichnamigen aktuellen Superheldencomics Der Dritte Weltkrieg/World War III die Verarbeitung von Referenzen auf die Comics der 1940er und 1950er Jahre. Von Interesse ist dabei der strukturelle Vergleich der beiden Comics anhand zentraler Kategorien (Feind, Schauplätze, Superhelden).Dabei ist herauszustellen, dass der erste zu betrachtende Comic die Selbstreferenzen und das Kriegsszenario verwendet, um eine neue Generation von Superhelden gegenüber ihren altgedienten Pendants zu etablieren, während die zweite Erzählung umgekehrt die aktuellen Superhelden an ihren Vorgängern misst.

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Nordwand. Ein kritisches Resümee zu einem ,Neo- Bergfilm‘

2008 ist mit dem Film Nordwand ein spektakuläres Bergdrama über den Versuch der Erstbesteigung der Eiger Nordwand im Jahr 1936 in die Kinos gekommen. Der zitathaft an die filmischen Vorbilder der 20er und 30er Jahre anknüpfende Film hat das Genre des Bergfilms innovativ ästhetisch erweitert. In diesem Beitrag wird erläutert, wie sich„Nordwand“ aus dem Fundus der Kultur- und Mediengeschichte der Alpen bedient und kritisch eingeschätzt, wie sich dieser Film dadurch gegenüber seinem historischen Kontext situiert.

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Was hören wir, wenn wir sterben? Ein Nachruf für mich auf den Tod von Michael Jackson

Der Essay geht aus von einer Szene in dem Hollywoodfilm Weil es Dich gibt, in der einer der Protagonisten einen Nachruf auf sich selbst liest. Der kritischen Betrachtungsweise des Films, in die ich diese Szene einbette, schließe ich einen ebenso kritischen Nachruf auf den King of Pop an, um am Ende die Frage zu thematisieren, was wir hören, wenn wir sterben.

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„How Could They Ever Make a Movie of Lolita?“ Über Stanley Kubricks Lolita

Wenn von Stanley Kubricks Lolita als Skandal-Film die Rede sein soll, dann ist es unvermeidlich, zunächst einen anderen Skandal ins Auge zu fassen, und zwar einen, der den durch den Film ausgelösten an Intensität bei weitem übertrifft: den Skandal um das Buch nämlich, das dem Film zugrundeliegt, also Vladimir Nabokovs Roman Lolita. Der Skandal, den dieses Buch entfesselte – Nabokov selbst sprach von dem „Wirbelsturm Lolita“ –, war unter den nicht eben wenigen Skandalen in der Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts einer der größten und wirkungsreichsten. Welcher Roman sonst hätte es geschafft, dass nach seinem Erscheinen der Pfarrer einer Kleinstadt, die zufällig denselben Namen trägt wie der Roman, einen Antrag auf Namensänderung – der Stadt, nicht des Romans – gestellt hätte? So geschehen in Lolita, Texas; der Antrag wurde jedoch abgelehnt. Dass aber damals viele so dachten wie jener Pfarrer, zeigt sich daran, dass der Name Lolita, nachdem er sich in den 1940er Jahren noch auf der Liste mit den tausend beliebtesten weiblichen Vornamen befunden hatte, Ende der 1950er Jahre von dieser Liste verschwand. Nach dem Erscheinen von Nabokovs Roman wollte niemand mehr seiner Tochter diesen Namen geben. Gleichzeitig wurden in aller Welt aber desto mehr Lolita-Bars und Lolita-Nachtclubs eröffnet sowie Lolita-Dessous, Lolita-Kosmetik und Lolita-Sonnenbrillen auf den Markt gebracht; in den 1970er Jahren entstand in Japan sogar eine Lolita-Mode, die sich schnell über den ganzen Globus ausbreitete und von der sich bald eine zweite, unabhängige Bewegung abspaltete: die sogenannte Gothica Lolita-Mode, bei der Accessoires wie Fledermäuse und Kruzifixe eine Rolle spielen. Und von dem, was man im Internet unter dem Stichwort ‚Lolita‘ alles finden kann, wollen wir besser schweigen. Doch auch dies gehört zu den überaus erstaunlichen Rezeptionsphänomenen, die dieser Roman, wie im 20. Jahrhundert wohl in der Tat kein zweiter, hervorgerufen hat.

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Ein Hund macht Filmgeschichte. Medientechnik und Wahrnehmungsweisen – am Beispiel des Films Bolt – ein Hund für alle Fälle

Augenzwinkernd stellt dieser Beitrag diese These auf, dass der Animationsfilm, wie am Beispiel von BOLT gezeigt werden kann, aufgrund neuer technischer Möglichkeiten der Filmproduktion und Filmrezeption auf jene filmischen Strategien zurückgreift, auf die schon der Film in seiner Frühgeschichte zurückgegriffen hat, insbesondere auf die Inszenierung von Bewegung. Der Film BOLT tut dies, indem er diesen Rückgriff zudem noch als Film über den Film reflexiv einholt und überholt.

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Der arme Bub – ein kleiner medienwissenschaftlicher Nachruf auf den Tod von Michael Jackson

Vom Tode Michael Jacksons erfuhr ich am Morgen des 26. Juni in meiner Bäckerei. „Schon traurig“, sagte die Bäckersfrau. „Was ist traurig?“, fragte ich zurück. „Ja, das mit Michael Jackson.“ „Was ist mit ihm?“ „Ja, wissen Sie’s nicht. G’storben isser ee“, sagte sie und fügte – in meine erste Fassungslosigkeit hinein – hinzu: „Der arme Bub!“

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„Sag ihr, es ist ein Spiel – Sag ihr, es ist ernst“. Einige Gedanken zu Caryl Churchills ‚Seven Jewish Children: a play for Gaza‘

Die britische Autorin Caryl Churchill hat ein Stück gegen den israelischen Einmarsch in Gaza geschrieben – und sich den Vorwurf des Antisemitismus eingehandelt. Doch tatsächlich stellt dieses brutal-offene Stück einen mutigen Versuch der Einfühlung dar und zeigt so, was Politisches Theater sein kann.

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Ganz schön gewaltige Bilder Zack Snyder‘s Film 300

300 todesmutige Spartaner metzeln in endloser stereotyper Wiederholung böse Perserhorden, bevor sie selbst den Heldentod erleiden. Daneben gibt’s noch ein bisschen Liebe und Verrat. Zack Snyders Film 300 (2006) erzählt – ohne jegliche political und ohne jede historical correctness – eine Episode aus den Perserkriegen, nämlich die Geschichte der Schlacht bei den Thermopylen im Jahre 480 v Chr., bei der angeblich 300 Spartaner einem übermächtigen Heer von Persern bis zuletzt Widerstand geleistet haben.

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Ein Therapeut und Gentleman

Beginnen wir mit einem Ende. Die Großaufnahme zeigt einen Mann mittleren Alters, der gerade ein Telefonat beendet. „I do wish we could chat longer,“ erklärt er höflich und gibt auch gleich den Grund für den Abbruch des Gespräches an: „I’m having an old friend for dinner.“ Die Doppeldeutigkeit dieser Bemerkung erschließt sich nur demjenigen, der um die Identität des Sprechers weiß. Der distinguierte Herr ist der Serienmörder Hannibal Lecter, genannt ‚Hannibal, the cannibal’. Dieser Spitzname ist Programm: Lecter plant nicht etwa, mit seinem Gast zu speisen. Er hat stattdessen vor, den Gast zu verspeisen.

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