Sämtliche Beiträge | 1997-2024


Do you want to be a Feminist? Frozen (2013)

Hailed as “the best Disney Film since The Lion King,” grossing almost $380 million to date at the USA box office, and winner of two Academy Awards, the studio’s 2013 release Frozen is also one of its most controversial animated features. The heated debate that launched a rather impressive number of blog entries over the past few months centers on the question of the film’s feminist content. ‘Is Frozen the most feminist Disney film to date?’ ‘Is it feminist enough?’ and ‘Is it feminist at all?’ are the conflicting issues raised by the movie’s vehement attackers and defenders. More than a simple media dispute, the theoretical battle around Frozen offers a window onto a whole range of issues that revolve around contemporary feminism, readership, and textual construction.

Brockmann_Frozen

„Mein Leben ist ein einziges Drama.“ Warum Oliver Hirschbiegels Diana nicht nur Kitsch, sondern auch Reflexion einer medialen Präsenz ist.

Als Königin der Herzen wird sie uns immer im Gedächtnis bleiben. Nun schreibt ein neuer Film ihren Mythos fort: Oliver Hirschbiegels Diana erzählt die Liebegeschichte zwischen der einst berühmtesten Frau der Welt, Lady Diana, und dem Herzchirurgen Hasnat Khan. Dabei fängt der Film in dem Moment an, spannend zu werden, als er aufhört, kitschig zu sein, und die Prinzessin von Wales als das zeigt, was sie war: eine Frau, deren Existenz fundamental von Medien abhängig war.

Otto_Diana

Filmischer Existenzialismus. Gravity (2013)

Alfonso Cuarón platziert in Gravity seine Protagonistin Ryan Stone in das dissoziative Vakuum des Weltraums – menschenfern und unendlich – und lässt den Orbit zum zentrifugierenden Todes-Karussell werden, welches nicht nur die Protagonistin, sondern auch den Zuschauer ins Off, an den Rand der Filmbilder, katapultiert. Nichtlinear und unkontrolliert wird der Rezipient an die Grenzen seiner kinematographischen Perzeption gebracht. Dass Orientierungslosigkeit dabei nicht nur eine existenzielle Bedrohung, sondern ein mediales Konzept ist, zeigt uns der Film nicht nur im Hochglanz der 3D-Bilder und versucht damit die Schranken des Filmuniversums zu brechen.

Linseisen_Gravity

Zuverlässig unzuverlässig: Falsche Fährten als Krisen- und Testfall der Rezeption – nicht nur in Kriminalnarrationen

Falsche Fährten lassen sich als besondere Form erzählerischer Unzuverlässigkeit begreifen. Als solche führen falsche Fährten unvermeidlich in Interpretationsprozesse hinein. Zudem lässt sich zeigen, dass falsche Fährten Interpretationsprozesse aber auch bereits grundlegend voraussetzen. In jedem Fall lassen falsche Fährten Rezeptionsprozesse als Interpretationsprozesse in besonderer Weise beobachtbar werden. Über die Diskussion der falschen Fährten im Zusammenhang mit Kriminalnarrationen hinausgehend werden falsche Fährten im vorliegenden Beitrag als grundlegende Strategie von Erzählungen insgesamt in den Blick genommen.

Kessler_Zuverlaessig

Autopsie des Ent-Fremdeten. Jonathan Glazers Under The Skin (2014) – eine filmische Inversion aus medientheoretischer Perspektive

Wenn man an den englischen Regisseur Jonathan Glazer denkt, fallen einem sogleich etliche Namen der Musikszene ein, hinter deren Musikclips der britische Filmemacher steht (unter anderem: Blur, Radiohead, Massive Attack, Jamiroquai, Nick Cave and the Bad Seeds). Nun kommt sein dritter Spielfilm Under The Skin in die Kinos. Er entwirft eine filmische Welt, die ein Alien im Körper einer unbekannten Frau durchwandert, der ihm zum Ende zum Verhängnis werden soll.

Jacob_Autopsie

Die Haute Cuisine des Mordens. Eine präsenztheoretische Analyse der TV-Serie Hannibal

Dieser Aufsatz ist ein Versuch, die Ästhetik und Faszination der TV-Serie Hannibal durch einige Ansätze der neuen Präsenztheorie(n), wie sie unter anderem von Hans Ulrich Gumbrecht, Dieter Mersch und Martin Seel formuliert wurden, erklärbar zu machen. Dabei sollen in einem ersten Schritt die beiden zentralen Figuren der Serie näher untersucht und klassifiziert werden. Anschließend wird der Aspekt der Semiotisierung und Ästhetisierung toter Körper beleuchtet, ehe in einem dritten und letzten Schritt die artistischen Mechanismen erläutert werden, die Momente intensiven ästhetischen Erlebens produzieren können.

Hermann_Hannibal

Derek Cianfrance: The Place Beyond the Pines: Der Film als Jahrmarkt

Müsste man den Film The Place Beyond The Pines zusammenfassen, würde man vermutlich schreiben, er handle von dem Motorradfahrer Luke (Ryan Gosling), der aus einer vergangenen Liebschaft mit Romina (Eva Mendes) als Vater herausgeht. Um die Familie zu finanzieren beginnt er Banken zu überfallen, bis er von dem Polizisten Avery (Bradley Cooper) überwältigt und erschossen wird. Fünfzehn Jahre später erfährt Lukes Sohn Jason (Dane DeHaan) von dem Schusswechsel, der den nie gekannten Vater tötete. Doch ausreichend ist diese Beschreibung des Films so nicht. Der Film erklärt ein Konzept von einem Ort, das sowohl auf den Textinhalt des Films, als auch auf seinen Paratext angewendet werden kann. Ziel dieses Aufsatzes ist es, die Theorie einer heterotopen Topografie des Jahrmarkts auf den Film zu übertragen.

Steiner_Jahrmarkt

„Just a Bunch of Bullshit!“ – Die genießende Rezeption des minderwertigen Kinos

Medienerzeugnisse wie Tatort, Bauer sucht Frau oder Frauentausch sollen trotz ihrer mitunter schauderhaften Qualität durchaus auch von Rezipienten konsumiert werden, die über eine überdurchschnittlich ausgeprägte Medienkompetenz verfügen. Worin dabei der Reiz zu liegen vermag, soll in folgendem Text untersucht werden.

Schwaiger_Trash

Jenseits der Sprache: der Text. Nachruf auf Wolfgang Herrndorf

Am Mittag des 27. August 2013 erreicht mich eine SMS, dass Wolfgang Herrndorf verstorben sei infolge seiner schweren Tumorerkrankung. Die Meldung wird bereits über die Medien verbreitet, findet sich zuhauf im Internet, wird auf Bayern 2 durchgegeben. Die Internetseite des Schriftstellers ist zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr zu erreichen: „The server is temporarily unable to service your request due to maintenance downtime or capacity problems.” […]

Wolfinger_Herrndorf