Gesellschaft


Medien und Fremdenfeindlichkeit. Alltägliche Gerüchte, andauernde Paradoxien,normale Zynismen

Medien sind entscheidend mitverantwortlich für Fremdenfeindlichkeit, da die Unterscheidung zwischen den „guten Eigenen“ und den „bösen Fremden“ ein Grundzug der Medienberichterstattung ist. Der Ansicht, daß Medien durch Aufklärung fremdenfeindliche Gewalt bekämpfen könnten, muß mit Skepsis begegnet werden. Gerade der „Zwang“ zur medialen Beachtung von Gewalttaten kann Gewalttaten erst provozieren. Allenfalls die Beobachtung, daß die Wirtschaft „Fremde“ immer mehr als Zielgruppe entdeckt, könnte Anlaß für einen gewissen Optimismus sein, daß Ausländer in den Medien nicht mehr als das „völlig andere“ dargestellt und denunziert werden.

“Welch Schauspiel! Aber ach! ein Schauspiel nur!”. Fußball und Theater

Der Essay zeigt, wie eng Fußball und Schauspiel/Theater/Drama zusammenhängen. Dabei wird nicht nur einer Vielzahl von sprachlichen und insbesondere metaphorischen Entsprechungen nachgespürt, in denen sich die beiden Publikumsereignisse wechselseitig interpretieren, sondern auch gezeigt, auf welchen medialen Grundlagen, Erfahrungen und Rezeptionsdispositionen diese Entsprechungen beruhen.

Infantilisierung der Gesellschaft – ein mediales Konstrukt ?

Kritik an der Infantilität unserer gegenwärtigen Gesellschaft prägt derzeit Teile der kulturbeflissenen Öffentlichkeit. Regressive Tendenzen seien auf dem Vormarsch. Entrüstung gegenüber den elektronischen Medien, allen voran dem Fernsehen ist dabei allerorts großgeschrieben: Das Fernsehen, ohnehin schuld an Analphabetismus und Gewalttätigkeit, raubt unseren Kindern die Kindheit und formt sie zu kleinen konsumbesessenen Erwachsenen. Nun macht es mittels Talk-, Game- und Blödel-shows auch noch die Erwachsenen zu Kindern. Ist die Gesellschaft auf dem Rückweg?

Surfen als Form der Mediennutzung und als Lebensform.

Mediennutzungen, vor allem in der kulturellen Praxis Jugendlicher, erfolgen kaum noch anhand von einzelnen Produkten mit Anfang und Ende, erfolgen nicht in klar zutage liegender Überlegenheit des einen oder anderen Mediums, sondern vollziehen sich als eine Art von Surfen im Medienmeer: Man startet nicht an einem vorgegebenen Punkt und hört nicht an einem vorgegebenen Ende auf, sondern man spielt sich ohne besondere Medienpräferenz und ohne größere inhaltliche Vorlieben ein in die anfangs- und endlosen und stets gleichermaßen gültigen Medienwellen.