Sämtliche Beiträge | 1997-2024


1988. Herr Jahraus und der Rausch der Tiefe

Der Film Le Grand Bleu ist eine Liebeserklärung an die Magie des Meeres und setzt sich mit essenziellen menschlichen Sehnsüchten auseinander. Die Meinungen der Kritiker sind kontrovers – mal wird er als meisterhaft, mal als oberflächlich bezeichnet. Ist Le Grand Bleu nun ein seichter oder ein tiefgründiger Film? Was erzählt er von der menschlichen Faszination für das Meer? Und wie verhält er sich zu Oliver Jahraus’ (Sehn)Sucht nach dem großen Blau?

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2411070044471.635931558627
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23346

1987. Aufbruch in die unendlichen Weiten der Kommunikation: Star Trek – The Next Generation meets Habermas

Die erste Staffel der U.S.-Fernsehserie Star Trek – The Next Generation wurde ab dem 26. September 1987 ausgestrahlt. Die Serie hatte im Durchschnitt mehr als neun Millionen Zuschauer. Sie antizipiert den politischen Zusammenbruch des Ostblocks und entwickelt im Gewand von Science-Fiction ein neues an Kommunikation und Ausgleich orientiertes Modell politischen Handelns.

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2410011405193.082075169808
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23386

1986. Konstruktivistische Schlüsselbeziehungen – Eine imaginäre Perspektive auf die Geschehnisse des Jahres 1986

Niklas Luhmanns Welt gerät aus den Fugen, als er sich in die neue Verwaltungskraft Alex J. verliebt. Während das Jahr 1986 ihn mit globalen Katastrophen und kulturellen Triumphen konfrontiert, beginnt er zu zweifeln, ob er in seinem Vorhaben, innerhalb von 30 Jahren eine Theorie der Gesellschaft vorzulegen, eine entscheidende Variable übersehen haben könnte.

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2411070040371.873243914796
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23369

1985. Back to the future, oder: Literatur als Zeitreise

Literaturwissenschaft und strenger noch -geschichte haben immer etwas mit einer Reise in die Vergangenheit zu tun. Die Medienwissenschaft sei hier nicht ausgenommen. So geht es nicht nur bei Novalis „immer nach Hause,“ sondern auch schon bei Odysseus. Ob so eine Rückkehr in die Heimat klug ist, sei dahingestellt, denn wir wissen ja schon von Ödipus, dass man von seinem zu Hause am besten so weit weg sein sollte, wie nur möglich. Die Resultate sind bekannt und nicht nur mit Blindheit geschlagen, wie besagter Protagonist des Dramas von Sophokles, das schon Siegmund Freud inspirierte. Doch machen wir einen Sprung in die Zukunft. Wir schreiben das Jahr 1985. Der Film Zurück in die Zukunft kommt in die Kinos…

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2409251434021.949905032647
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23339

1984. Die Kafka-Ausstellung in Beaubourg

Im Jahr 1984 war Präsident François Mitterrand seit drei Jahren an der Macht. Mit der Präsidentschaftswahl 1981 war für Frankreich eine neue Ära angebrochen, die sich durch die Verabschiedung maßgeblicher Gesetze kennzeichnete, unter denen die von Justizminister Robert Badinter geforderte Abschaffung der Todesstrafe als einer der wichtigsten ethischen Fortschritte der Periode angesehen werden darf. Auch auf dem Gebiet der Kultur geschah vieles. Dem damals amtierenden Minister Jack Lang sind viele Projekte, Initiativen und Rea-lisierungen zu verdanken, u.a. die Einrichtung eines Musikfestes am 21. Juni 1982. Es ist außerdem Jack Lang zuzurechnen, den Psychoanalytiker und Philosophen Guattari dazu ermutigt zu haben, eine Kafka-Ausstellung zu kuratieren…

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2411011239558.166398446958
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23381

1983. TCP/IP: Ein deutsches Versäumnis und die Geschichte des Internets

Es gibt Medienereignisse und es gibt mediengeschichtlich wichtige Ereignisse. Das gilt auch für das Jahr 1983. Eines der mediengeschichtlich wichtigen Ereignisse, das kein Medienereignis war, ist der 1. Januar 1983, der sogenannte Flag Day, an dem das ARPANET, der Vorläufer des Internets, auf TCP/IP und damit auf das umgestellt wurde, was man später die Internetprotokollfamilie nennen wird…

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2411011235170.673574957411
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23389

1982. Lernprozesse

Man braucht halt einen ‚Meister Eder‘, um Wissen zu erlangen. Ellis Kauts enervierender Kobold Pumuckl, der am Leimtopf des Münchner Schreinermeisters Franz Eder kleben geblieben war, wurde zur Leitfigur des Eigensinns und eines spielerischen Lernens. Ich verschaffte ihm in der Ludwig-Maximilians-Universität Gehör. Diese Konfrontation blieb in Erinnerung. Am 17. Januar 2007 begann Oliver Jahraus seine Münchner Antrittsvorlesung mit dem Hinweis auf diese 1974/75 gehaltene Vorlesung Erzähltheorie, Erzählstrategie, in der ich Kauts populäre Normvermittlung des Erzählens rechtfertigte…

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2411011228180.360161724678
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23338

1981. Indiana Jones und die Bedeutung des Wissenschaftlers

Indiana Jones ist nicht nur die Haupt- und titelgebende Figur eines der erfolgreichsten und bekanntesten Franchises der Filmgeschichte, er ist vor allem einer der wenigen Helden, der Wissenschaftler ist. Ebenso selten, wie sie vorkommen, erreichen sie einen so nachhaltigen Effekt und Bekanntheitsgrad über Generationen hinweg, etwa erkennbar daran, dass er laut einer Umfrage des American Film Institute als zweitgrößter Held der Filmgeschichte gilt, sogar noch vor James Bond auf Platz 3.1 Was 1981 mit Jäger des verlorenen Schatzes begann, prägt damit bis heute das Bild eines heldenhaften Archäologen, eines Wissenschaftlers, dem man doch eigentlich sogleich in seine Abenteuer folgen möchte. Aber welche Rolle spielt die Wissenschaft eigentlich in den Filmen und inwiefern ist es überhaupt nötig, dass Indiana selbst Wissenschaftler ist?

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2411011222042.301656660229
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23337

1980. „Geschichten, in Büchern gelesen“ – Über Monarchie und Alltag von Fehlfarben

„Das beste Buch des Jahres ist eine Schallplatte“, schrieb Peter Glaser nach dem Erscheinen von Monarchie und Alltag. Tatsächlich kann der Einfluss des Debütalbums der Düsseldorfer Band Fehlfarben kaum überschätzt werden. Das Musikmagazin Rolling Stone kürte es 2018 gar zum besten deutschsprachigen Album aller Zeiten. Melodien und Texte sind so eingängig, dass sie in den allgemeinen sprichwörtlichen Sprachgebrauch übergegangen sind, so zum Beispiel der über der Stadt liegende Grauschleier, der Slogan „Geschichte wird gemacht“ oder der Refrain aus Paul ist tot: „Was ich haben will, das krieg’ ich nicht / Und was ich kriegen kann, das gefällt mir nicht“. Coverversionen der Songs wurden u. a. von Herbert Grönemeyer, Campino, TV Smith und Nils Koppruch aufgenommen. Durch die vielfältigen Aktualisierungen und Bezugnahmen ist Monarchie und Alltag generationenübergreifend fest im (pop-)kulturellen Gedächtnis verankert…

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2411011203035.017646081504
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23361

1979. Vom Geldmachen und feinen Menschen. Apocalypse Now (reloaded in Bamberg, 2003)

Seine Entstehung, sein Inhalt, sein Status als spezielle Literaturverfilmung, seine Bezüge zum Genre des Vietnamfilms und zum New Hollywood, vor allem aber seine Machart – all dies macht Apocalypse Now zu einem, vielleicht dem Medienereignis des Jahres 1979. Ein knappes Vierteljahrhundert nach seinem Erscheinen erfährt Coppolas Werk 2003 in Bamberg ein bislang wenig beachtetes Reload, welches als wegweisend in der Rezeptionsgeschichte des Films wie auch in der Lebensgeschichte der Beteiligten gelten muss.

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2411011159287.743832432650
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23376