Sämtliche Beiträge | 1997-2024


1998. Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners – oder: „Мне не надо ваше хорошее, оставьте мне моё хуёвое“

1998 – in dem Jahr als Oliver Jahraus 34 wurde und Bamberger Hörnla als wissenschaftlicher Assistent zuerst bei Wulf Segebrecht, später bei Friedhelm Marx an der Otto-Friedrich-Universität genoss, veröffentlichte der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen als Herausgeber der Reihe Systemische Horizonte – Theorie der Praxis seine kritischen Gespräche mit dem Physiker und Philosophen Heinz von Foerster, der heute als Mitbegründer des (Radikalen) Konstruktivismus bekannt ist. Unter anderem prägte dieser den Aphorismus „Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners“.

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2410231002339.551376750909
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23388

1997. Strategiekonzepte im postklassischen Film am Beispiel von David Finchers The Game

Filme handeln von Strategien und Filme nutzen Strategien. Denn Filme stehen sowohl in einem ökonomischen wie in einem medienevolutionären Wettbewerb, in dem sie bestehen müssen. Durch den Blick auf Strategien und Strategiekonzepte in The Game von David Fincher wird beispielhaft beobachtet, inwiefern der postklassische Film eine neue Rezeptionsweise einfordert und zugleich bedingt.

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2410011407536.163115105815
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23332

1996. Pures Glück. Das Golden Goal im Finale der Fußball-EM

„Der Ball ist rund“, so angeblich Sepp Herberger, der Trainer der deutschen Fußballweltmeister von 1954, „und ein Spiel dauert 90 Minuten.“ Was aber, wenn es am Ende unentschieden steht? In der K.O.-Runde folgt in diesem Fall eine Verlängerung. Der Ball bleibt rund. Das Spiel dauert jetzt weitere 30 Minuten. Danach gibt es – falls immer noch niemand gewonnen hat – ein Elfmeterschießen. In meinem Beitrag interessiere ich mich für einen Sonderfall: die Golden-Goal-Regel, die u. a. im Rahmen von UEFA-Turnieren zwischen 1996 und 2004 galt.

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2411041116015.396753654926
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23336

1995. Reif zur Parodie? Meine amüsanteste Kafka-Lektüre

In einem Titanic-Heft des Jahres 1995, in der Hochphase der Modellinterpretationen zu Vor dem Gesetz, erscheint eine parodistische Umschrift der Parabel, die zugleich als informierter Kommentar zum germanistischen Geschäft der Kafka-Deutung gelten kann, ohne einzubüßen, was dem Satire-Magazin gebührt: Komik! So schärft diese geglückte Parodie den Sinn für das Kommunizieren über Literatur, indem sie dessen Grundmechanismen scheinbar folgt, um selbstverständliche, unantastbare Leitgrößen gerade in Zweifel zu ziehen. Komische Nachahmung des Textes und der Nachvollzug literaturwissenschaftlicher Praxis ergänzen sich, genauso wie die analytische Rückschau und das uneinholbare Vergnügen der ersten Rezeption.

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2410230951473.156088137798
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23357

1994. Pulp Fiction forever! oder: Wie uns Quentin Tarantino bis heute die Füße massiert

Das Kinojahr 1994 war ein herausragendes und hat uns zahlreiche Klassiker beschert — aber der bis heute einflussreichste Film dieses außergewöhnlichen Jahrgangs ist und bleibt Quentin Tarantinos Pulp Fiction. Im Folgenden soll in aller Kompaktheit gezeigt werden, wie vielschichtig und weitreichend der Einfluss von Tarantinos Meisterwerk bis heute ist und wie weit es seiner Zeit voraus war.

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2410230932372.010381358292
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23364

1993. Preiswürdig? Überlegungen im Ausgang von Helmut Kraussers Melodien

Die frühen 1990er gelten manchen als festgefahrene Zeit, als entzauberte Jahre vor allem nach den hoffnungsvollen Erwartungen der sogenannten ‚deutschen Wende‘. Literarisch ist das Jahr 1993 auf den ersten Blick irgendwie unspektakulär (und Martin Walsers Roman ohne einander ist nicht Bestandteil des Kanons geblieben); filmisch begnügte man sich mit den Familienfilmen Ein Hund namens Beethoven und Mrs. Doubtfire, Liebesfilmen wie Schlaflos in Seattle oder den Blockbustern Jurassic Park und Schindlers Liste. Dennoch kann das Jahr 1993 als für die literarische Welt bedeutsam gelten und als bedeutsam für das Werk eines Autors. Helmut Kraussers Roman Melodien erschien und zog große Beachtung auf sich…

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2409251426244.931697526881
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23359

1992. Lücken sehen

Diese Würdigung von Oliver Jahraus unternimmt einen Versuch der Zusammenschau dreier Dinge, die sich auf den ersten Blick nicht gut vereinbaren lassen: seine Freude an einer optischen Metapher beim Beforschen einer abstrakten Theoriefrage, seine Begeisterung für Boxermotorräder und sein Engagement für die universitäre Hochschullehre und Fachentwicklung. Als Verbindung wird sein konsequentes theoretisches und praktisches Interesse an etwas angenommen, das hier Lösungsorientierung genannt werden soll, wenngleich das mindestens in der Dimension der Theorie der Komplexität damit zusammenhängender Fragen nicht gerecht wird.

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen.
Er ist durch die DNB archiviert.
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23355

1991. Briefe, die wichtigsten Fragen zur deutschen Literatur betreffend

Vorbemerkung des Herausgebers: Wie ich in den Besitz der Briefe eines Studenten an Oliver Jahraus gekommen bin, die ich hier ohne jede Genehmigung publiziere, will ich an dieser Stelle nicht verraten. Jedenfalls entdeckte ich die lose eingelegten Briefe in dem Buch Die Wiederholung als werkkonstitutives Prinzip im Œuvre Thomas Bernhards, mit dem Oliver Jahraus 1991 seine beispiellose akademische Karriere begann. WSg

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2411041105137.191487433052
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23352

1990. Arnie träumt die Revolution. Total Recall zwischen Klassenbewusstsein, Koma und Kommodifizierung

Total Recall (Paul Verhoeven, 1990) lässt zwischen Gewaltorgie und Actionszenen nicht nur eine philosophische Lesart zu, die sich um Bewusstsein dreht, sondern auch eine, die sich um Klassenbewusstsein dreht.

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2411041102147.243969432097
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23350

1989. Am Ende der Geschichte, im Herzen der Finsternis

1989 erzählt Fukuyama die Geschichte vom Ende der Geschichte als Sieg des Westens und wird melancholisch angesichts dieses Happy Ends. Der Dramatiker Heiner Müller schreibt ein Gedicht darüber, wie dieses Ende eigentlich von der anderen Seite aussieht und stellt die Gretchenfrage der Literatur.

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2409251430273.312436388801
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23370