Jahresarchiv | 2024


1984. Die Kafka-Ausstellung in Beaubourg

Im Jahr 1984 war Präsident François Mitterrand seit drei Jahren an der Macht. Mit der Präsidentschaftswahl 1981 war für Frankreich eine neue Ära angebrochen, die sich durch die Verabschiedung maßgeblicher Gesetze kennzeichnete, unter denen die von Justizminister Robert Badinter geforderte Abschaffung der Todesstrafe als einer der wichtigsten ethischen Fortschritte der Periode angesehen werden darf. Auch auf dem Gebiet der Kultur geschah vieles. Dem damals amtierenden Minister Jack Lang sind viele Projekte, Initiativen und Rea-lisierungen zu verdanken, u.a. die Einrichtung eines Musikfestes am 21. Juni 1982. Es ist außerdem Jack Lang zuzurechnen, den Psychoanalytiker und Philosophen Guattari dazu ermutigt zu haben, eine Kafka-Ausstellung zu kuratieren…

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2411011239558.166398446958
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23381

1983. TCP/IP: Ein deutsches Versäumnis und die Geschichte des Internets

Es gibt Medienereignisse und es gibt mediengeschichtlich wichtige Ereignisse. Das gilt auch für das Jahr 1983. Eines der mediengeschichtlich wichtigen Ereignisse, das kein Medienereignis war, ist der 1. Januar 1983, der sogenannte Flag Day, an dem das ARPANET, der Vorläufer des Internets, auf TCP/IP und damit auf das umgestellt wurde, was man später die Internetprotokollfamilie nennen wird…

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2411011235170.673574957411
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23389

1982. Lernprozesse

Man braucht halt einen ‚Meister Eder‘, um Wissen zu erlangen. Ellis Kauts enervierender Kobold Pumuckl, der am Leimtopf des Münchner Schreinermeisters Franz Eder kleben geblieben war, wurde zur Leitfigur des Eigensinns und eines spielerischen Lernens. Ich verschaffte ihm in der Ludwig-Maximilians-Universität Gehör. Diese Konfrontation blieb in Erinnerung. Am 17. Januar 2007 begann Oliver Jahraus seine Münchner Antrittsvorlesung mit dem Hinweis auf diese 1974/75 gehaltene Vorlesung Erzähltheorie, Erzählstrategie, in der ich Kauts populäre Normvermittlung des Erzählens rechtfertigte…

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2411011228180.360161724678
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23338

1981. Indiana Jones und die Bedeutung des Wissenschaftlers

Indiana Jones ist nicht nur die Haupt- und titelgebende Figur eines der erfolgreichsten und bekanntesten Franchises der Filmgeschichte, er ist vor allem einer der wenigen Helden, der Wissenschaftler ist. Ebenso selten, wie sie vorkommen, erreichen sie einen so nachhaltigen Effekt und Bekanntheitsgrad über Generationen hinweg, etwa erkennbar daran, dass er laut einer Umfrage des American Film Institute als zweitgrößter Held der Filmgeschichte gilt, sogar noch vor James Bond auf Platz 3.1 Was 1981 mit Jäger des verlorenen Schatzes begann, prägt damit bis heute das Bild eines heldenhaften Archäologen, eines Wissenschaftlers, dem man doch eigentlich sogleich in seine Abenteuer folgen möchte. Aber welche Rolle spielt die Wissenschaft eigentlich in den Filmen und inwiefern ist es überhaupt nötig, dass Indiana selbst Wissenschaftler ist?

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2411011222042.301656660229
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23337

1980. „Geschichten, in Büchern gelesen“ – Über Monarchie und Alltag von Fehlfarben

„Das beste Buch des Jahres ist eine Schallplatte“, schrieb Peter Glaser nach dem Erscheinen von Monarchie und Alltag. Tatsächlich kann der Einfluss des Debütalbums der Düsseldorfer Band Fehlfarben kaum überschätzt werden. Das Musikmagazin Rolling Stone kürte es 2018 gar zum besten deutschsprachigen Album aller Zeiten. Melodien und Texte sind so eingängig, dass sie in den allgemeinen sprichwörtlichen Sprachgebrauch übergegangen sind, so zum Beispiel der über der Stadt liegende Grauschleier, der Slogan „Geschichte wird gemacht“ oder der Refrain aus Paul ist tot: „Was ich haben will, das krieg’ ich nicht / Und was ich kriegen kann, das gefällt mir nicht“. Coverversionen der Songs wurden u. a. von Herbert Grönemeyer, Campino, TV Smith und Nils Koppruch aufgenommen. Durch die vielfältigen Aktualisierungen und Bezugnahmen ist Monarchie und Alltag generationenübergreifend fest im (pop-)kulturellen Gedächtnis verankert…

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2411011203035.017646081504
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23361

1979. Vom Geldmachen und feinen Menschen. Apocalypse Now (reloaded in Bamberg, 2003)

Seine Entstehung, sein Inhalt, sein Status als spezielle Literaturverfilmung, seine Bezüge zum Genre des Vietnamfilms und zum New Hollywood, vor allem aber seine Machart – all dies macht Apocalypse Now zu einem, vielleicht dem Medienereignis des Jahres 1979. Ein knappes Vierteljahrhundert nach seinem Erscheinen erfährt Coppolas Werk 2003 in Bamberg ein bislang wenig beachtetes Reload, welches als wegweisend in der Rezeptionsgeschichte des Films wie auch in der Lebensgeschichte der Beteiligten gelten muss.

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2411011159287.743832432650
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23376

1978. „Trick or treat?“. John Carpenters Halloween – ein böser Witz auf Kosten des Kinopublikums

John Carpenters Film gilt heute völlig zu Recht als einer der wichtigsten, weil stilbildenden Filme der 1970er Jahre. Doch Halloween ist mehr als nur der genrekonstitutive Slasherfilm, welcher dem Kino Scream Queens, Final Girls und maskierte Serienmörder beschert hat. Darüber hinaus stellt der Film implizit auch einige medientheoretische Überlegungen an, die sich – wie dieser Beitrag aufzeigen möchte – oftmals in einer spielerischen Bezugnahme auf die Rezeptionsposition des Kinozuschauers äußern.

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2411011149084.919360918550
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23495

1977. „Ich bin dein Vater“ – wie Star Wars-Zitate seit über 40 Jahren im kulturellen Gedächtnis bestehen

Seit der Veröffentlichung im Jahr 1977 hat die Star Wars-Saga einen tiefgreifenden Einfluss auf die Popkultur und Filmgeschichte. Insbesondere Episode IV: Eine neue Hoffnung hat sich seither in den Köpfen und Herzen mehrerer Generationen verewigt. Eines der prägnantesten Elemente des Films sind die ikonischen Zitate, die weit über die Grenzen des Science-Fiction-Genres bekannt wurden und so in den Sprachgebrauch eingingen – und schließlich Teil des kulturellen Gedächtnisses wurden.

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2411070035542.363221055781
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23380

1976. King of the Road

Renate Rasp fand den Film so anstrengend, dass ihr selbst das deutsche Fernsehprogramm gar nicht mehr so übel schien, obwohl sie den Kasten doch schon längst abmelden wollte. Die Nation des Fastfoods hingegen feierte ihn als „slow cinema“. Im Lauf der Zeit hieß der Film, was man in den USA etwas plakativer übersetzte mit King of the Road. Im Gegensatz zu den amerikanischen Straßenwölfen fahren die Protagonisten bei Wim Wenders allerdings nicht einfach in der Gegend herum, er lässt sie die deutsch-deutsche Grenze abfahren, ein amerikanisches Roadmovie – nur eben auf deutsch. Dabei ist dieser Film nicht nur eine Mär der amerikanischen Sehnsucht, er erzählt auch die Geschichte eines Neuanfangs, von Träumen, Selbstfindung, Standpunkt und Perspektive, und dem Ringen um Worte.

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen.
Er ist durch die DNB archiviert.urn:nbn:de:101:1-2411011144523.134432671647
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23362

1975. „Was lernt uns das?“. Oliver Jahraus zum 60. Geburtstag

Als ich 1994 an das „Institut für Deutsche Philologie“ nach München kam, traf ich bald auf Oliver Jahraus. Wir haben sehr viel zusammengearbeitet, nicht nur in den Oberseminaren, sondern auch in vielen weiteren Veranstaltungen, vor allem auch bei der großen, mehrere Wochenenden dauernden internationalen Tagung „Schrift und Bild in Bewegung“ im Jahr 2000. Bei dieser Gelegenheit entstand das folgende Foto…

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2409251436169.663571496751
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23366