Sämtliche Beiträge | 1997-2024


2018. Oliver Jahraus mitten im Zentrum: Gründung des Zentrum für Buchwissenschaft: Buchforschung – Verlagswirtschaft – Digitale Medien

Ein Forschungsjahr 2015/2016 am Center for Advanced Studies (CAS) München bot neben einer unvergleichlich privilegierten Forschungs- und Arbeitssituation die Möglichkeit einer fruchtbaren Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen im In- und Ausland, diese Kooperationen fortan zu vertiefen und zu verstetigen. Der einjährige Forschungsaufenthalt bot den Freiraum, das zu tun, was wir uns vor dem Hintergrund eines immer komplexeren, neben Forschung und Lehre längst auch mit einem stattlichen Anteil an administrativen Tätigkeit ausgefüllten Arbeitstag viel öfter gönnen sollten, nämlich mit Abstand, mit selbstkritischen Blick, auf das bisherige eigene Wirken zu schauen, sich für erforderliche Veränderungen, für das Entwicklungspotenzial und die Zukunftsfähigkeit der eigenen Fachdisziplin zu sensibilisieren….

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen>.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2411070109246.665182536723
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23360

2017. Good Coffee. Twin Peaks und die Logik der Serie

Im Jahr 2017 kehrte ein Heroe des amerikanischen Films, der noch 9 Jahre zuvor mit seinem letzten Kinofilm Inland Empire das Ende seiner Karriere als Filmemacher verkündete, auf den Screen, oder vielmehr auf die heimischen Screens zurück. Mit Twin Peaks: The Return legte der Meister des postmodernen Kinos 25 Jahre nach dem Ende der zweiten Staffel einen als Fortsetzungsserie getarnten Langfilm vor. Dieses Sequel nimmt sich in Konkurrenz mit den üblichen Verdächtigen des so genannten Complex Television überaus seltsam aus. Es scheint, als habe sich Lynch an einer Reflexion 2.0 der amerikanischen Seele abgearbeitet. Während die zwei Staffeln der 1990er sich in einem postmodernen Pastiche am Topos der American Frontier abarbeiteten, und bewusst eine nostalgische Zeitlosigkeit schaffen, die Elemente der 1950er mit den 1990ern harmonisch miteinander ins Fernsehformat brachte, kennzeichnet The Return eine ganz andere Hybridisierung. Das Selbstzitat mündet vielleicht mehr denn je in eine Selbstkritik, deren Kern eine Abrechnung mit der postmodernen Ironie und dem gegenwärtigen Fortsetzungskult ausmacht. Denn so groß die Jouissance an der Rückkehr von Agent Cooper sein mag, so eigentümlich schal fühlt sie sich an – genau wie Agent Coopers Leinwandpräsenz, der als scheinbar leere Hülle, als sprach- und willenloser Automat mit steifen Bewegungen durch die Handlung stolpert, auf nichts wirklich ansprechend – außer auf Coffee und Pie.

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen>.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2411070106252.437876956167
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23390

2016. Bad Coffee

Im Leibniz-Jahr 2016 erinnerte die Leibniz-Bibliothek in Hannover mit einem Leibniz-Kaffee an die Bedeutung des Kaffees für Leibniz im Besonderen und für das Zeitalter der Frühaufklärung im Allgemeinen. Vorliegender Beitrag nimmt dieses Ereignis zum Anlass, um zu skizzieren, wie an der Schwelle zur Aufklärung der Kaffee als Getränk eines allmählich entstehenden aufgeklärten Bürgertums semantisiert wurde, bevor die spätere Aufklärung vermehrt die Schattenseiten des Kaffeekonsums in einer zunehmend auf Effizienzoptimierung ausgerichteten Gesellschaft in den Fokus nimmt.

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen>.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2411070102179.072243074679
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23373

2015. Life Is Strange und Until Dawn – Möglichkeiten und Nutzen von Entscheidungsmomenten im Videospiel

Der ‚Decision Turn‘ im Bereich der Game Studies markiert eine Zeit, in der die Entwickler:innen zunehmend die Entscheidungen der Spieler:innen in den Vordergrund stellen, und damit auch die Spielregeln und -konzepte nachhaltig verändern. Zu einem gewissen Grad stellen die meisten Spielhandlungen Entscheidungen dar, wenn die Spieler:innen sich zum Beispiel für oder gegen einen bestimmten Weg auf der Spielkarte, oder für oder gegen die Benutzung eines Gegenstandes, Zaubers, usw. entscheiden. Der maßgebende Grund, wieso es um das Jahr 2015 zu einer wachsenden Relevanz und Veränderung des Entscheidungsphänomens gekommen ist, ist der verstärkte Fokus auf, und ein Spieldesign um diese Entscheidungen herum. Besonders Life is Strange wird nach seiner Veröffentlichung 2015 zu einem der wichtigsten Spiele für den Decision Turn überhaupt…

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen>.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2411070057499.685880164781
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23342

2014 – war was (Krieg und so)?

Wenn man die Medienereignisse der arbiträren Tyrannei eines Kalenderjahres unterwirft, wie es die Chroniken und Almanache in gebetsmühlenartiger Regelmäßigkeit jeden November unternehmen, so tut man gut daran, nicht nur dem Kontingenten seinen Tribut zu zollen (für die vermeintliche Rekapitulation der langen Linien und ihrer scheinbaren Zusammenhänge sind in weiterer Perspektive die spät(er)geborenen Historikerinnen und Historiker zuständig), sondern sich auch der Unhintergehbarkeit der medialen Bedingtheiten zu erinnern…

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen>.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2411041147281.092840722279
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23341

2013. „Muß alles vor dem Tode erledigt werden. Alle Hände voll zu tun.“ – Erich Kästners Der Gang vor die Hunde

Die Rekonstruktion der Urfassung von Erich Kästners Roman Fabian, die 1931 in der Deutschen Verlagsanstalt erschienen ist, Der Gang vor die Hunde eben, hat einiges in Gang gebracht, wenn auch hoffentlich in eine andere Richtung als geradewegs vor die Hunde: Das öffentliche Bild des Schriftstellers hat sich verändert, der internationale Kinderbuch-Bestseller-Autor war plötzlich wieder ein Erwachsenen-Autor – wie er das zu Lebzeiten ja immer gewesen war…

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2410231009171.181498743847
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23375

2012. May the Horse be with you. Von Pferden und Kriegen in Literatur und Film am Beispiel von War Horse

Selten hat ein Film eines renommierten Regisseurs derart viel Spott und Unverständnis in den Kritiken geerntet wie Steven Spielbergs Epos War Horse (dt. Gefährten), der 2011 in die amerikanischen und im Februar 2012 in die deutschen Kinos kam. Die Titelhelden Joey, ein edler Halbbluthengst, und Albert, der Sohn eines verarmten Bauers, verbindet eine tiefe und mystische Freundschaft, bis Joey an die Armee verkauft und von Albert getrennt wird. Von da an begleiten die Zuschauenden Joey und seine wechselnden Besitzer bis ins Niemandsland an der Front. Kurz vor Ende des Krieges treffen Joey und Albert, beide schwer verletzt in einem Lazarett, aufeinander. Albert ist nur Soldat geworden, um Joey zu finden. Die Handlung wird bildlich durch weitläufige Landschaftsaufnahmen, in denen Joey und Albert dem rot-goldenen Sonnenuntergang entgegen galoppieren, atmosphärisch und vor allem träumerisch in Szene gesetzt…

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen>.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2411041143288.736812924558
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23385

2011. Wenn die Welt untergeht, dann wird es schön

Die Erde ist schlecht und niemand wird sie vermissen: Lars von Triers Film Melancholia zeichnet eine Welt aus Leere, Kälte und Depression, die zugleich kunstvoll schön ist – und wird dabei selbst gewissermaßen zu einem Kunstwerk.

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen>.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2411041140225.368494529973
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23347

2009. The Study of Change: Vince Gilligan verbeugt sich vor Goethe

Am 4. Februar 2009 begann die deutschsprachige Erstausstrahlung der Fernsehserie Breaking Bad – und damit, spätestens, erreichte ein internationales Medienereignis von eindrucksvollen Dimensionen auch das Publikum in Deutschland. Erst im August 2022, also mehr 13 Jahre später, gelangte es mit der letzten Episode der als Prequel angelegten Spin Off-Serie Better Call Saul, der 2019 mit dem Spielfilm El Camino außerdem ein Sequel folgte, an ein – vorläufiges? – Ende. Dieser – anders wird man es nicht nennen können – Kosmos von miteinander zusammenhängenden seriellen Erzählungen beschäftigte schon bald auch die Fernsehkritik und – als ein einschlägiges Beispiel für ‚komplexes Fernsehen‘ – die Film- und Medienwissenschaft. Die Forschung steht aber noch am Anfang. Welchen Beitrag kann die Literaturwissenschaft dazu leisten, zumal die germanistische?

Dieser Artikel erschien am 13.11.2024 in der Zeitschrift Medienobservationen.
Er ist durch die DNB archiviert. urn:nbn:de:101:1-2409251428298.373694731807
DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/23333