Ein Gespenst geht im Viervierteltakt um. Konzert zum 50. Todestag Hanns Eislers an den Münchner Kammerspielen am 23. Juni 2012
Ein grandioser Abend in den Münchner Kammerspielen zeigt anlässlich eines Konzerts zum 50. Todestag von Hanns Eisler die Aktualität des politischen Komponisten.
giesen_eislerDer Umgang mit dem Anderen in District 9. Eine politikwissenschaftliche Betrachtung von Science Fiction
Science Fiction als Film-Genre hinterfragt unsere aktuelle Welt und zeigt neue Perspektiven auf, die nicht nur für Fans, sondern ebenso für die wissenschaftliche Analyse interessant sind. Auch für die Politikwissenschaft kann eine Betrachtung von Science Fiction-Filmen eine Bereicherung darstellen, wobei das Thema des „Boundary- oder Border-Managements“ ein zentraler Betrachtungspunkt ist. Wegen seines gewollt realitätsnahen Settings und seines originär politischen Inhalts eignet sich der Film
Wes Andersons Moonrise Kingdom oder die ganz große (Kino)Liebe
Was ist eigentlich mit der Kunst, die nicht weh tut, die weder kritisch ist noch mit dem Hammer kommt? Kunst dagegen, die eine Welt schafft, die so schön und eigen ist, dass es ein bisschen weh tut, dass man nicht in ihr wohnen kann? Warum schreiben wir so selten über diese Kunst? Trägt sie nicht das Gewaltsame in sich, das vermag, Lücken klaffen zu lassen und Risse in die Oberfläche unserer alltäglichen Idylle zu schlagen? Vermag sich uns nicht ausreichend zu großen Gedanken zu provozieren? Verstört sie zu wenig, so dass der Kampf um die Interpretation schon entschieden wäre? Methodisch gerüstet, philologisch versiert, ist das Duell mit jener gefälligen Kunst gleichzeitig das Risiko ihres Verlebens? Ist es also die Furcht vorm Zerpflücken, die uns zurückhält? Oder ist es, wie Herr Z. mit großen Erwartungen auf Wes Andersons
„[V]ery very deathly disturbing, nauseating indeed“– Die rezeptionsästhetische Diagnostik des sicko-Films und seine ‚pathogenetische‘ Anti-Kanonisierung
Über Interaktion von Foren-Teilnehmern stabilisiert sich im Internet ein benutzerdefinierter Anti-Kanon des Films. Er umfasst gewaltexzessive Folterfilme, die von den Teilnehmern als „krank“ diagnostiziert werden. Der Beitrag riskiert einen Blick auf dieses Web 2.0-spezifische Phänomen, indem er dessen offerierte rezeptionsästhetische Disposition auf ihr methodisches Potenzial überprüft. So nähert er sich dem gewaltaffinen filmischen Untergrund analytisch – ohne in die Falle einer pauschalisierenden Pathologisierung von Film und Publikum zu tappen, jedoch auch ohne eine Apologetik des Gewaltspektakels zu betreiben.
weiss_sickoDietrich Fischer-Dieskau ist tot. Ein Nachruf auf das Kunstlied
Am 18. Mai 2012 ist Dietrich-Fischer Dieskau gestorben. Sein Tod markiert das Ende der Epoche des Kunstlieds, wahrscheinlich sogar das Ende einer historischen Form des Bildungsbürgertums, wie es die Bonner Republik geprägt hat.
kirchmeier_fischerDrogenrazzia im Lustspielhaus! Ein Line-Up wie Koks beim 1. Schwabinger Poetry Slam
Christian Bumeder alias Bumillo hat am Mittwoch vor Ostern acht vielfach ausgezeichnete Poetry-Slammer aus ganz Deutschland versammelt, die im Lustspielhaus um eine Flasche Chivas Regal gegeneinander antraten. Es gewann der Frankfurter Dichterfürst und subversive Souverän Dalibor Marković. Warum, schildert dieser Bericht. Er ist im Schein der Teilnahme geschrieben, da, so die gegen Ende einzuholende Ausgangsthese, erst aus diesem Schein heraus die ästhetischen, epistemologischen und nicht zuletzt ethischen Potenziale der Slam Poetry angemessen verstanden werden können. Wo letztere allerdings eine Form negativer Gesellschaftskritik ist, darf die wissenschaftliche Antwort darauf nicht hermeneutisch bleiben. Erst selbst performativ vermag sie die Bühne der Frage zu erhellen, die sich in der Slam Poetry artikuliert.
preis_schwabingpoetryslamIggy Pop. Einem Charismatiker zum 65. Geburtstag
Am 21. April 2012 ist James Osterberg alias „Iggy Pop“ 65 Jahre alt geworden. Dieser Beitrag gratuliert zum Geburtstag einer der letzten lebenden Ikonen des Punkrock und verfolgt anhand von Ausschnitten der (Medien)Biographie Iggy Pops die narrativen Bausteine einer charismatischen Persönlichkeit, um schließlich mit einem Augenzwinkern zu dem Ergebnis zu kommen, dass sich die Begegnung mit Iggy Pop als „Wahrheitsereignis“ der Subjektgenese im Sinne von Alain Badiou begreifen lässt.
giesen_iggyÜber Dichtung und Wahrheit im außermoralischen Sinne. In Gedenken an Karl May
Karl May ist tot. Sein Todestag jährt sich in diesem Jahr zum 100. Mal. Außerdem feiert er in diesem Jahr seinen 170. Geburtstag. Grund genug sich diesen außergewöhnlichen Dichter zu vergegenwärtigen und dabei über die Verwechselbarkeit von Realität und Fiktion nachzudenken.
kessler_mayZur medienstrategischen (Selbst-)Inszenierung und Poetik des boxenden Subjekts – Am Beispiel des Kampfes von Arthur Abraham und Piotr Wilczewski
Dieses Essay verfolgt an den einzelnen Stationen des Kampfes von Arthur Abraham und Piotr Wilczewski am 31.03.2012 die medialen Inszenierungsstrategien um und im Ring. Dabei wird die These vertreten, dass die mittlerweile massenmedial institutionalisierten Faustkämpfe weit mehr sind, als lediglich Zeugnisse eines letzten Hortes gesellschaftlich legitimierter Schaulust an körperlicher Gewalt unter dem Deckmantel sportlicher Leistungen. Öffentliche Boxkämpfe sind immer auch medienstrategische (Selbst-)Konstruktionen des boxenden Subjekts, die mitunter komplexen Spielregeln folgen.
giesen_boxerBilder des Comics: Kleines Editorial
Viele, wenn auch nicht alle Comics können als Erzählungen in, mit und durch Bilder verstanden werden. Die 4. Jahrestagung der Gesellschaft für Comicforschung hatte sich daher 2009 folgerichtig mit dem Erzählen im Comic auseinandergesetzt. Schnell wurde dabei in produktiver Weise problematisch, wie weit das, was Bilder auf der Comicseite miteinander machen, durch eine Rückführung allein auf die Narration eingeholt werden kann. Die nächste ComFor-Jahrestagung stellte daraufhin gezielt die Frage nach dem anderen Pol jener Gleichung: Die nämlich nach den Bildern des Comics.
packard_editorial